Slammin‘ Stereotypes – Gedanken gegen Schubladendenken!

Würzburger Teilnehmer bei internationalem Poetry-Slam-Projekt in Polen

Oppeln/Polen. Unter dem Titel „Slammen gegen Vorurteile – Gedanken gegen Schubladendenken!“ fand vom 26.05 bis 30.05.2016 in Oppeln (Polen) ein internationaler Poetry-Slam-Workshop mit 15 Teilnehmern aus der Ukraine, Polen und Deutschland statt. Der Kreisjugendring Würzburg (KJR) begleitete die deutsche Gruppe, bestehend aus Teilnehmern der Mittelschule Veitshöchheim und des Deutschhaus-Gymnasiums Würzburg, in die oberschlesische Stadt.

Organisiert wurde das Projekt durch das Institut für Auslandsbeziehungen e.V. (ifa) und dem Bund der Jugend der Deutschen Minderheit in Polen (BJDM) gemeinsam mit dem Zentrum der deutschen Kultur „Widerstrahl“ aus Kiew  und dem KJR Würzburg. Finanziert wurde es durch Zuschüsse des ifa, des Deutsch-Polnischen Jugendwerks (DPJW) und der Stiftung Schlesiens.

Unter Leitung von Jana Bachmann aus Berlin arbeiteten die Teilnehmer vier Tage lang intensiv in verschiedenen Workshops. Welche Stereotype haben andere über die eigene Heimat und andersrum? Welche Arten von Ausgrenzung gibt es und wie fühlt es sich an, diskriminiert zu werden, weil man vermeintlich „anders“ ist? Die Teilnehmer lernten die anderen Kulturen und Sprachen kennen, schlossen neue Freundschaften. Sie lernten wie man Lampenfieber bekämpft, aber vor allem was ein Poetry-Slam überhaupt ist, wie man seine Gedanken in einem Text zum Ausdruck bringt und diesen vor Publikum präsentiert. Es geht nicht einfach darum ein Gedicht zu verfassen oder zu analysieren, sondern ums Selberschreiben und Selbererzählen – von kurzen Szenen, skurril, fantasievoll, ernst oder mit Humor, jedenfalls ganz nah am Alltag der Jugendlichen.

Der krönende Abschluss der Workshops bildete die Präsentation der Texte am Sonntagabend auf einer öffentlichen Bühne vor ca. 200 Gästen. Für die meisten war es der erste öffentliche Auftritt und der erste eigene Poetry-Slam, für zwei Drittel der Teilnehmer noch dazu in einer fremden Sprache. Umso beeindruckender und bewegender waren die vorgetragenen Texte auf Deutsch oder Englisch. Die Jugendlichen slammten über Liebe, Erwartungen, Vorurteile, Krieg, Armut und Drogen und begeisterten damit das Publikum.

Die Stimme von Grigorij Tschubarew aus der Ukraine klingt rau und eindringlich, als er in seinem Slam zum Ausdruck bringt, was ihm auf der Seele brennt:  Mein Land grenzt an Totalitarismus und Demokratie. An Mittelalter und moderne Welt. An Brutalität und Zivilisation“ – heißt es in Grigorijs Slam. Ein Slam über die Ukraine, für die sich Europa nicht interessiert.

Mit dem Projekt sollte ein klares und lautes Signal nach außen gesendet werden; ein Signal gegen jegliche Art der Diskriminierung. Das Signal kam an!

Aktualisiert: 03.06.2016

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